Nuklearmedizin-Delmenhorst

Dr.med. Corinna Reifenrath-Klein

Nuklearmedizin Delmenhorst

Therapie

Schmerztherapie von Knochenmetastasen mit Quadramet(Samarium-153 EDTMP)

 Indikationen

  • Fortgeschrittene, multiple bzw. generalisierte Knochenmetastasierung mit entsprechender Schmerzsymptomatik, in erster Linie bei Prostata- und Mamma-Karzinom

 Kontraindikationen

  • bekannte Überempfindlichkeit gegenüber EDTMP oder ähnlichen Phosphonaten
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Patienten, die in den vergangenen 6 Wochen eine Chemotherapie oder externe Halbkörperbestrahlung erhalten haben

 Vorbereitung des Patienten

  • Voraussetzung für die Therapie ist ein aktuelles Knochenszintigramm zur Beurteilung der Aktivität der Metastasierung
  • vor Therapie und bis zu 8 Wochen danach sollten wöchentliche Kontrollen der Thrombozyten und Leukozytenzahl erfolgen (Blutplättchen und weiße Blutkörperchen)

 Zeitaufwand für den Patienten

  • bis zu 6 Stunden nach der Injektion ist ein Aufenthalt in der nuklearmedizinischen Praxis aus Strahlenschutzgründen obligat

 Ablauf der Therapie

  • Das Radiopharmakon wird Ihnen in eine Armvene injiziert.
  • Nach einer minimalen Anreicherungszeit von 60 Minuten wird eine Kontrollszintigraphie des Knochensystems erstellt, um den Einbau der radioaktiven Substanz in die Metastasen zu dokumentieren.
  • Nach der Injektion werden Sie aufgefordert, möglichst viel zu trinken, damit eine häufige Entleerung der Blase erfolgt. Denn ca. 65 % der verabreichten Radioaktivität wird im Knochen aufgenommen; die nicht im Knochen angereicherte Aktivität wird innerhalb von 6 Stunden mit dem Urin ausgeschieden.

 Nebenwirkungen bei ordnungsgemäßer Anwendung

  • Die unerwünschten Wirkungen, die nach der Verabreichung von Quadramet auftreten können, stehen mit einer geringfügigen Abnahme der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen in Zusammenhang. Die Werte können 3 bis 5 Wochen nach einer Dosis bis auf einen Tiefstwert von ca. 40 – 50 % der Ausgangswerte abfallen und kehren im Allgemeinen innerhalb von 8 Wochen nach der Behandlung wieder auf die Ausgangswerte zurück.
  • Deshalb soll Ihr Blutbild unmittelbar vor der Therapie und nach der Injektion von Quadramet einige Wochen lang genau kontrolliert werden.
  • In Ausnahmefällen können Sie einige Tage nach der Injektion von Quadramet eine leichte Verschlimmerung der Knochenschmerzen verspüren. Sie sollten sich dadurch nicht beunruhigen lassen; ggf. kann die Dosis Ihrer Schmerzmittel etwas erhöht werden. Diese Wirkung ist nur mittelschwer und kurz und verschwindet nach einigen Stunden wieder.
  • In sehr seltenen Fällen wurden die folgenden unerwünschten Wirkungen beobachtet:
  • Rückenmarks- und Wurzelkompressions-Syndrom, Gerinnungsstörungen, Schlaganfall.
  • Diese Wirkungen wurden auf das Fortschreiten des Krankheitsprozesses zurückgeführt.

Radiosynoviorthese (RSO)

 Indikationen

  • Rheumatoide Arthritis und entzündliche Gelenkveränderungen
  • Entzündungen der Gelenkschleimhaut bei Hämophilie
  • Aktive Arthrosen

 Kontraindikationen

  • Schwangerschaft und Stillzeit

 Vorbereitung des Patienten

  • eine spezielle Vorbereitung ist nicht erforderlich

 Zeitaufwand für den Patienten

  • ca. 45 Minuten (einschließlich Anfertigung eines Verteilungsszintigramms bei der Behandlung von großen und mittelgroßen Gelenken)

 Ablauf der Therapie

  • Örtliche Betäubung und Punktion des betreffenden Gelenkes, in der Regel unter Röntgendurchleuchtungskontrolle mit Kontrastmittel bzw. sonographischer Kontrolle im Falle der Behandlung des Kniegelenkes.
  • Abpunktieren eines eventuell vorhandenen Gelenkergusses
  • Injektion der radioaktiven Substanz in den Gelenkbereich
  • Erstellen eines Verteilungsszintigramms bei der Behandlung großer und mittelgroßer Gelenke

 Bemerkungen

  • Die Auswahl des zu verabreichenden Radiopharmakons und die Dosis richten sich bei der Gelenktherapie nach der Größe der zu behandelnden Gelenke und entsprechend der Dicke der Gelenkschleimhaut erforderlichen therapeutischen Reichweite
  • Deformationen sind nicht zu beheben; die Radiosynoviorthese sollte daher nicht zu spät erfolgen
  • Die durchschnittliche Dauer des Therapieerfolges (= Schmerzfreiheit) beträgt 6 bis 8 Monate; mitunter wird die volle Wirkung erst nach 6 Monaten erreicht
  • Neben einem aktuellen Röntgenbefund sollte ein aktueller skelettszintigraphischer Befund mit Weichteilphase vorliegen
  • Der Therapieerfolg sollte nach 6 Monaten mittels einer Skelettszintigraphie mit Weichteilphase (2-Phasen-Szintigraphie) kontrolliert werden
  • Ggf. kann die Therapie problemlos mehrfach wiederholt werden, frühestens in der Regel nach 6 Monaten